Die Geschichte von EXIST
Es ist ein sonniger Sonntag in Berlin, der 20.3.09, und ich fahre zu den deGUT (deutsche Gründer- und Unternehmertage) in der STATION Berlin am Gleisdreieck. Mein Ziel ist die Berliner Förderlandschaft für unser Projekt zu checken und vergleichbare Förderprogramme zum Pro-Ideenfonds (50.000 EUR nicht zurückzahlbares Startgeld) in Hamburg zu finden, um unseren Prototyp zu finanzieren.
Im Vergleich zu dem überschaubaren hamburger Gründertag, bei dem wir kurz zuvor waren, gleicht diese Veranstaltung eher einer riesigen Messe. Neben den großen Ständen des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie), der BBB (Berliner Bürgschaftsbank) und der KfW (Kreditansatlt für Wiederaufbau) gibt es auch eine ganze Reihe von kleinen Infoständen und Ausstellern. Vom Baumaschinenverleiher bis zum brandenburger Busines Angel ist alles vertreten.
Nach einer Runde durch die Hallen versuche ich dann durch ein paar Gespräche die wichtigen Infos zu bekommen. Bei der Berliner Bürgschaftsbank schnappe ich mir die Berliner Förderbibel der BBB, die einige Zuschüsse auflistet, die sehr interessant klingen. Eine Beraterin der BBB findet unsere Idee sehr interessant, kann mir aber kein Programm für einen verlorenen Zuschuss nennen, für den wir in Frage kommen. Auch bei der KfW habe ich kein Glück. Die KfW vergibt nur Dahlehn und kommt erst ins Spiel, wenn der Prototyp fertig ist und eine Vorfinanzierung der Serienproduktion fällig ist. Nach einigen unfruchtbaren Gesprächen mit Auskünften wie “Das kann ich Ihnen nicht beantworten, schauen Sie doch mal auf unsere Homepage” (Na toll – Super Beratung!) lande ich dann zuletzt noch beim BMWi und muss ein paar Augenblicke auf eine Beraterin warten, die noch im Gespräch ist. In der Zwischenzeit sehe ich mir den Stand und packe ordentlich Broschüren ein – man weiß ja nie… Nach einiger Zeit bittet die Beraterin mich zu sich. Als ich Ihr erzähle, dass wir eine innovative Produktidee umsetzen möchten, lacht Sie mich fast aus: “Ja ja innovativ – ich kanns nicht mehr hören. Jeder meint, er wär’ innovativ. Wat wollen se denn jetz machen konkret?”. Ich will unsere Idee nicht so explizit rausrücken und sage, dass unser Produkt auf jeden Fall innovativ ist und ich hier bin, um mich über Förderprogramme für innovative Produkte mit technologischem Anspruch zu informieren (und nicht darüber zu diskutieren, ob unsere Ideen jetzt nun wirklich innovativ ist oder nicht!). Ich spreche nach eineiger Zeit sogar ein Program explizit an: EXIST. “Nein, das is nix für Sie – Sie sind doch schon lange aus der Hochschule raus…” usw. usw. Irgendwelche anderen Infos oder Ideen hat sie auch keine. Ziemlich frustriert über so manche Beratungskompetenz an diesem Nachmittag gehe ich nach Hause. In Berlin scheint nichts zu holen zu sein für uns.
Einige Zeit später viel mir dann beim Durchsuchen meiner mittlerweile schon beachtlichen Broschürensammlung wieder ein Flyer der Gründerwerkstatt der HAW Hamburg in die Hände und ich mache einen Termin. Da wir noch sehr beschäftigt sind mit der Beantragung des Pro-Ideenfonds, zögert sich alles etwas hinaus.
Im Mai sprechen wir dann zum zweiten Mal vor dem Entscheidergremium des Pro-Ideenfonds. Der Termin läuft gut. Mit diesem guten Gefühl im Rücken fahren wir einen Tag später zum Termin bei der Gründerwekstatt in Hamburg. Der Projektleiter dort ist begeistert von uns und unserer Idee: “Ich hab da ein klasse Förderprogramm, was wir für Sie beantragen sollten: EXIST”. Es geht also doch. Wir mussten nur von allen Seiten buddeln.
Alle Zeichen deuten jetzt auf eine Gründung in Hamburg hin.
Mittlerweile liegt der Antrag für Exist bereits in Berlin im Ministerium und wir müssen uns noch bis November gedulden, ob wir die monatlichen Fördergelder zur Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts von EXIST bekommen.
Drückt uns die Daumen.

